Maria Peters  / E
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Der Fall Marie 23
Eine Arbeit für die Gruppenausstellung "Raum der Geburt", Hidden-Museum, Fraxern, Vorarlberg, 2013
Ein Projekt von Bernhard Kathan

Vorbereitend und begleitend für das Ausstellungsprojekt entstand "Der Fall Marie 23" auch als Internetgeschichte zur Seite

Thanka Marie23 im Hidden Museum, 2013

Ausstellungsansicht Hidden Museum, 2013
Das Bett im Vordergrund ist eine Arbeit des österreichischen Künstlers Günther Gstrein


In dem Projekt "Raum der Geburt" ging es um die Optimierung von Leben und um künstliche Befruchtung (z.B. hörte das Publikum im Raum eine Tonarbeit von Bernhard Kathan über "Kühe als Austragemütter"). Um einen Beitrag zu diesem Projekt gebeten, führte ich die Lebensgeschichte der Romanfigur "Marie 23" von Michel Houellebecq weiter:

In seinem Buch „Die Möglichkeit einer Insel“ erzählt Houellebecq von den „Neomenschen“ und ihren Vorgängern (also uns Menschen) die ihre DNA hinterlassen hatten und so, durch fortwährendes Klonen, eine Form von Unsterblichkeit erreicht haben. Die „Neomenschen“ ernähren sich durch Photosynthese wie die Pflanzen. Und da keine Fortpflanzung mehr nötig ist, gibt es natürlich auch keine Sexualität und damit auch keinen Grund für ein Zusammentreffen der Individuen mehr. Die Qual und das Elend der Liebe und der Sterblichkeit sind durch die Tagebücher der ursprünglichen DNA-Spender überliefert. Aber damit auch die Freuden und die Intensität des Lebens der früheren Menschen.
Marie 23, eine Figur des Romans, ist also eine unfreiwillige Artemis. Sie leidet unter dem Neomenschentum, sie sehnt sich nach Liebe und Lebendigkeit. Sie sehnt sich sogar nach Schmerz und Tod. Sie verlässt den geschützten Ort, der ihr Überleben und ihr Wiedergeklontwerden sichert, und entschwindet in die unbekannte Wildnis.

Die Arbeit „Der Fall Marie 23“ ist die Fortführung dieser Romanfigur und zeigt ihre Wanderung durch die fast verlassenen Landschaften Europas auf der Suche nach Emotion und Lebendigkeit.

Während der Arbeit an dem Bild zu diesem Projekt entstand dann die Idee, alle Lebensgeschichten der Vorgängerinnen von Marie 23 zu erfinden. Diese Arbeit ist also der Anfang (und zugleich das letzte Kapitel) des Arbeitszyklus "Lost to regain".
Ich selbst, das war von Anfang an klar für mich, spiele in dieser Geschichte die Rolle der Nachfolgerin 08. mehr

    Der Fall Marie 23 (4-teilig)
    Oben: Thanka (Rollbild auf Stoff), Mischtechnik, 150 x 364 cm, 2013
    Unten links: Tagebuch, Bleistift auf Papier, DinA5, 2013   Unten rechts:, Schlafsack mit Holzstab, 2013
 
     
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